"Mobiles Fallmanagement" unterstützt Vermittlungscoaches des Kommunalen Job-Centers

"Mobiles Fallmanagement" unterstützt Vermittlungscoaches des Kommunalen Job-Centers:

Für das „Mobile Fallmanagement“ des Kommunalen Job-Center (KJC) sind (von links) Melanie Giebenhain
und Susanne Rippl unterwegs. Kreisbeigeordneter für Arbeit und Soziale Sicherung, Michael Vetter, und
Abteilungsleiterin des KJC Sandra Schnellbacher ziehen eine positive Bilanz dieser unkonventionellen Maßnahmen.
Foto: Jana Brendel / InA gGmbH
Seit fast einem Jahr geht man im Kommunalen Job-Center (KJC) des Odenwaldkreises einen unkonventionellen Weg bei der Ansprache von Arbeitslosengeld-II-Beziehern und der Unterstützung der Vermittlungscoaches. Mit dem „Mobilen Fallmanagement“ wurde ein Instrument geschaffen, welches Pioniercharakter im Odenwaldkreis und über die Landesgrenzen hinaus hat. Ziel des „Mobilen Fallmanagements“ ist es, möglichst zeitnah Fragen der Arbeitsmarktintegration auch mit den Kunden zu besprechen, die aus verschiedenen Gründen nicht zum Kommunalen Job-Center nach Erbach kommen (können). Vor Ort werden offene Sachverhalte im Rahmen der Arbeitsmarkt-Integration geklärt, Stellenangebote ausgehändigt und Eingliederungsvereinbarungen geschlossen. Darum kümmern sich zwei extra beschäftigte Mitarbeiterinnen als „mobile Vermittlungscoaches“ in enger Abstimmung und im Auftrag ihrer Kollegen aus dem KJC.

„Wir werden immer dann aktiv, wenn Kunden wiederholt nicht zu Terminen erschienen sind und wir auch sonst keine Möglichkeit sehen mit ihnen in persönlichen Kontakt zu treten, um weitere Schritte zur Integration in Arbeit oder zum Erhalt von Leistungen nach dem SGB II zu besprechen. Oftmals ist auch die Aufenthaltssituation zu klären oder zu überprüfen,
ob relevante medizinische Gründe vorliegen, die ein persönliches Erscheinen der Kunden im Kommunalen Job-Center unmöglich machen. Durch unseren Besuch können wir viele Fragen kurzfristig klären“, beschreibt Melanie Giebenhain ihre Arbeit als Vermittlungscoach im „Mobilen Fallmanagement“. Die gelernte Verwaltungsfachwirtin kann dabei auf mehrjährige Erfahrung als Fallmanagerin und Vermittlungscoach im KJC zurückgreifen. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Susanne Rippl, die fachlich ebenfalls aus dem Umfeld des Kommunalen Job-Centers kommt und das Team seit Mai dieses Jahres verstärkt, entlastet sie damit nicht nur ihre Kollegen, sondern helfen auch Verstöße gegen Eingliederungsvereinbarungen aufzudecken und Leistungsansprüche gegenüber dem KJC zu überprüfen. „In unserer täglichen Arbeit sind wir dabei mit den unterschiedlichsten Personen und Situationen konfrontiert, was unseren Job einerseits sehr abwechslungsreich und spannend macht, andererseits aber auch ein hohes Maß an Beratungskompetenz, Sensibilität und sozialer Kompetenz erfordert“, erklärt Susanne Rippl.

Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass die meisten Kunden bei den Besuchen sehr offen mit den Mitarbeitern reden und in ihrer gewohnten Umgebung auch unangenehme Themen oftmals freier angesprochen werden können als in den Räumen des Kommunalen Job-Centers. Verschiedenste Beweggründe, beispielweise für versäumte Termine oder für bestimmte Verhaltensweisen, werden dabei für die Vermittlungscoaches des „Mobilen Fallmanagements“ plausibler und bieten zusätzliche Informationen, um Sachlagen genauer einschätzen und bei der Arbeitsmarktintegration noch zielführender unterstützen zu können. Und die Arbeit trägt Früchte: So führte das „Mobile Fallmanagement“ von Januar bis Juni 2016 bereits mehr als 250 Hausbesuche durch. In 24 Fällen kam es dabei zu Leistungseinstellungen und in fünf Fällen zu einer Arbeitsaufnahme in Vollzeit. Mit weiteren 73 Personen konnten auf diesem Weg Rechtsfolgenbelehrungen vorgenommen oder Eingliederungsvereinbarungen unterzeichnet werden. Dieses gute Ergebnis und die positiven Rückmeldungen seitens der Vermittlungscoachs, dass der Einsatz der Kollegen als echte Unterstützung wahrgenommen werde und die Mitwirkungsbereitschaft der Kunden erhöhe, sprechen für das Konzept.

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